Ski-WM für alle, auf und neben der Piste
Zwei Inklusionstage, vier beteiligte Vereine, 400 kostenlose Tickets und zahlreiche Massnahmen zur Barrierefreiheit: Crans-Montana 2027 setzt alles daran, dass alle Menschen das grosse Fest des alpinen Skisports miterleben können.
In 100 Tagen wird Crans-Montana zum Zentrum des alpinen Skisports. Vierzehn Tage voller Wettkämpfe, Medaillen und Festlichkeiten stehen in der gesamten Destination auf dem Programm. Mehrere Zehntausend Fans werden auf das Hochplateau strömen. Ein Fest für alle, denn die FIS Alpine Ski Weltmeisterschaften Crans-Montana 2027 setzen bewusst auf Inklusion. Zahlreiche Massnahmen und Anpassungen sollen sicherstellen, dass alle Menschen, insbesondere Menschen mit Behinderungen, die Veranstaltung in vollen Zügen geniessen können.
In diesem Rahmen werden auch Freiwillige aus der Förderklasse von Siders in geeignete Aufgaben eingebunden. Vor allem aber werden zwei Inklusionstage organisiert, beim Super-G der Frauen (4. Februar 2027) und bei der Team-Kombination der Frauen (9. Februar). Ziel ist es, Menschen, die sonst nicht unbedingt die Möglichkeit dazu haben, ein einzigartiges Erlebnis ganz nah am Skisport zu ermöglichen. «Es entspricht den Werten der Veranstaltung, etwas Verbindendes zu schaffen», betont Victor Salvadori, Legacy-Koordinator der Weltmeisterschaften. «Wir möchten diesen Menschen Emotionen und Erinnerungen rund um den Skisport und die Berge ermöglichen, die ihnen noch lange in Erinnerung bleiben werden.»
Vier Vereine im Mittelpunkt des Projekts
Ende 2025 wurde ein Aufruf zur Einreichung von Vereinsprojekten lanciert. Nach Prüfung der eingegangenen Bewerbungen wurden vier Organisationen ausgewählt, die aktiv an diesen Inklusionstagen teilnehmen werden. Insgesamt erhalten sie 400 Tickets für die beiden Renntage. Für jede Organisation werden zudem spezifische Aktivitäten umgesetzt.
- Défisport organisiert Handiski-Ausflüge für Menschen mit körperlichen Behinderungen. Im Vorfeld der Weltmeisterschaften erhalten acht Jugendliche die Gelegenheit, eine der Rennpisten hinunterzufahren.
- ASA-Valais organisiert Veranstaltungen und Ausflüge für Menschen mit geistigen Behinderungen. Einige Mitglieder werden die Möglichkeit haben, nach Crans-Montana zu kommen. Für die anderen wird in ihrem Wohnheim in Vercorin eine kleine Fanzone eingerichtet, mit Give-aways, Live-Übertragungen der Rennen und einer persönlichen Botschaft von Malorie Blanc, damit auch sie die Weltmeisterschaften hautnah miterleben können.
- Gehörlosenverein Wallis kann den ihr gewidmeten Renntag dank einer Live-Übersetzung der Rennkommentare in Gebärdensprache auf der Grossleinwand verfolgen. Dafür werden zwei Gebärdensprachdolmetschende im Einsatz sein.
- Die Stiftung Sternschnuppe, die Wünsche von Kindern mit Krankheiten oder Behinderungen erfüllt, wird ebenfalls in Crans-Montana vertreten sein. Achtzig Kinder erhalten die Gelegenheit, die Wettkämpfe vor Ort zu verfolgen. Darunter befindet sich auch ein Mädchen, dessen Wunsch es ist, ein Rennen des dreifachen Olympiasiegers und Botschafters von Crans-Montana 2027, Franjo von Allmen, live zu erleben.
Bereiche für Menschen mit eingeschränkter Mobilität
Die Inklusionsmassnahmen gehen jedoch noch weiter. Für die gesamte Veranstaltung wurde ein Konzept für einen erleichterten Zugang (Easy Access) für Menschen mit Behinderungen entwickelt. Im Stadion Barzettes steht ein Bereich mit zehn Rollstuhlplätzen und besonders guter Sicht zur Verfügung, einschliesslich Platz für die jeweiligen Begleitpersonen. «Diese Personen mit eingeschränkter Mobilität erhalten direkten Zugang zum Parkplatz des Stadions», erklärt Fabienne Dirksen-Reuteler, Nachhaltigkeitskoordinatorin von Crans-Montana 2027. «Ausserdem werden sie von entsprechend geschulten Freiwilligen begleitet.» Die Tickets werden zu einem reduzierten Preis angeboten, müssen jedoch für jeden Renntag bis zum 30. November 2026 über die E-Mail-Adresse sustainability[at]cransmontana2027.ch reserviert werden. Alle Informationen finden Sie auf unserer Themenseite.
Auch in der Fan zone Ycoor, wo während der zwei Wochen die offiziellen Zeremonien und zahlreiche Konzerte stattfinden, stehen rund zehn Rollstuhlplätze zur Verfügung. Für diesen zentralen Veranstaltungsort im Herzen der Destination ist kein Ticket erforderlich.
Ein geschützter Raum gegen Diskriminierung und Gewalt
Schliesslich haben die Organisatoren ein Konzept für eine sogenannte «Anlaufstelle» entwickelt, einen geschützten Raum für die Sicherheit und das Wohlbefinden der Besucherinnen und Besucher. «Diese Anlaufstelle soll Menschen, die Diskriminierung, Belästigung oder Gewalt erlebt haben, eine direkte Kontaktmöglichkeit bieten. Sie erhalten sofortige und unkomplizierte Unterstützung sowie Zugang zu einem Rückzugsraum in Ycoor», erklärt Fabienne Dirksen-Reuteler. «Ausserdem bietet sie einen ruhigen Bereich für Menschen mit besonderer sensorischer Empfindlichkeit, schwangere oder stillende Frauen sowie ältere Menschen.»
Über die zwei Wettkampfwochen hinaus hoffen die Organisatoren, dass diese Initiativen ein nachhaltiges Vermächtnis hinterlassen, und zwar nicht nur auf dem Hochplateau. «Wir wünschen uns, dass die Massnahmen, die wir hier umsetzen, zu einem Standard für Wintersportveranstaltungen werden, damit diese immer barrierefreier werden», betont Fabienne Dirksen-Reuteler. Ein Ziel, das daran erinnert, dass die schönsten Siege der Weltmeisterschaften nicht nur auf den Pisten errungen werden.