Ganzjährig gepflegte Pisten – hinter den Kulissen mit «Bibbo»
Die Audi FIS Skiweltcup-Rennen 2026 und die FIS Alpine Skiweltmeisterschaften 2027 sind schon jetzt in vollem Gange – zumindest hinter den Kulissen, und das mitten im Sommer. Während sich andere noch im Sommermodus befinden, sorgt Renzo «Bibbo» Mazzuchelli bereits dafür, dass die Piste Nationale und Mont Lachaux tipptopp vorbereitet sind. Lange bevor die ersten Schneeflocken fallen, ist der Pistenchef im Einsatz.
«Ich muss noch schnell auf die Piste Nationale und will ich noch checken, ob die Bäume richtig geschnitten wurden.» Es ist ein angenehmer Sommerabend auf dem Hochplateau, doch für Bibbo gibt es keine Pause. Kaum ist er von seinem Einsatz als Helfer am Golfturnier Omega European Masters zurück, eilt er weiter zu seinen Pisten – jenen Hängen, die in gut eineinhalb Jahren die FIS Alpinen Skiweltmeisterschaften Crans-Montana 2027 austragen werden.
Sommerarbeit für den Winter
Als Männer Pistenchef der Nationale ist der Tessiner nicht nur im Winter gefragt. Auch in der warmen Jahreszeit wartet jede Menge Arbeit – besonders zwischen Juli und Oktober. «Im Winter sehen wir genau hin: Was müssen wir im Sommer nachbessern? Und dabei berücksichtigen wir natürlich auch die Rückmeldungen der verschiedenen Stakeholder», erklärt er.
Im Dialog mit FIS und Fernsehen
Die To-do-Liste ist lang: Stangen, Netze, Schneekanonen, Kamerapositionen – alles wird geprüft. Mehrmals begeht Bibbo mit der FIS und die Verantwortlichen für die Fernsehinfrastruktur die Hänge. «Eine kleine Änderung bei einer Kameraposition kann riesige Folgen haben. Da müssen Kabel gezogen und entsprechende Arbeiten im Gelände durchgeführt werde», erklärt der Pistenchef.
Seit 27 Jahren lebt der gebürtige Luganese in Crans-Montana. Ursprünglich kam er, um in der Skischule zu unterrichten. Heute leitet er die Sommervorbereitungen und ist im Winter für die Pistenpräparation der Herrenstrecke zuständig: «Ich arbeite gerne im Team, wir tüfteln zusammen an Lösungen, und bei Grossanlässen gibt es einfach unzählige spannende Details. Klar, im Winter sind auch mal 15- bis 16-Stunden-Tage drin – aber das gehört dazu. Es ist intensiv, aber auch ein echter Kick!»
Comeback der Piste Nationale
Bibbo ist gelernter Schreiner und seit acht Jahren Teil des Weltcup-Organisationskomitee in Crans-Montana. Seine neue Rolle als Pistenchef der Nationale übernahm er pünktlich zur Rückkehr des Herren-Weltcups letzten Winter. «13 Jahre lang gab es hier kein Herren-Rennen mehr – die Piste musste richtig aufgefrischt werden: Bäume weg, Installation von fast drei Kilometern neuer A‑Netze, zusätzliche Schneekanonen.»
Das Comeback gelang – auch wenn manche Athleten die legendäre Strecke als nicht besonders anspruchsvoll bezeichneten. «Wichtig war in diesem ersten Jahr vor allem, dass alle sicher ins Ziel kommen.» Für die nächste Herrenabfahrt am 1. Februar 2026 verspricht Bibbo aber ein echtes Spektakel – sowohl für Marco Odermatt, Franjo von Allmen & Co. als auch für die Fans. «Wir werden zwei, drei neue Sprünge einbauen und einige Wellen verstärken – das wird spannend!»
Feinschliff bis ins Detail
Zu diesem Zweck wird die gesamte Piste gemäht, sobald die Kühe von den Almen heruntergebracht worden sind. «So bleibt der Schnee stabiler, kompakter – und hält besser am Gelände. Eine Weltcup-Piste entsteht nicht nur im Winter durch Pistenfahrzeuge, die Schnee verteilen.» Jahr für Jahr steckt viel Liebe zum Detail in die Vorbereitung – damit die Piste Nationale auch in Zukunft hält, was ihr grosser Name verspricht.